Psyche im Kontext von Kolonialismus und Postkolonialismus
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Der neuzeitliche Kolonialismus legte den Grundstock für die jahrhundertelange weltpolitische und weltwirtschaftliche Dominanz des sogenannten »Westens« (Europa und Nordamerika). Wenn heute Dekolonisierung nicht nur der Politik, sondern auch der Wissenschaften einschließlich der psychologischen Disziplinen gefordert wird, so lässt sich schwerlich der Anteil übersehen, den die Postcolonial Studies daran haben. Zwar haben sie Anstöße für Indigenisierungsbestrebungen in den Sozialwissenschaften gegeben, doch sind diese erhellenden Analysen zum komplexen und wirkmächtigen Zusammenhang von Kolonialismus und Psyche von den psychologisch ausgerichteten Fachdisziplinen bislang allenfalls spärlich aufgegriffen worden. Mit dem vorliegenden Schwerpunktheft werden die entsprechenden Disziplinen dazu angeregt, die Befunde aus anderen Fächern mit psychologischem Interesse zur Kenntnis zu nehmen und daraufhin zu prüfen, was sie für eine noch zu entwickelnde Psychologie des Kolonialismus und Neokolonialismus hergeben könnten.

Mit Beiträgen zum Themenschwerpunkt von Pradeep Chakkarath, Daniel Hildebrandt, Giuseppina Marsico, Irena Z. Pavlović, Luca Tateo, Rainer Winter und Uwe Wolfrath sowie mit einem freien Beiträgen von Fabian Hutmacher und Roland Mayrhofer und einem Beitrag zu »psychosozial aktuell« von Luisa Puschendorf

Psychosozial-Verlag
112 Seiten, Broschur, 165 x 240 mm
Erschienen im August 2021
ISSN: 0171-3434, Bestell-Nr.: 8334