Gewalt – Praktiken, Funktionen, kommunikative Werte, Motivationen
psychosozial 164

 Gewalt begleitet uns, doch es gibt auch Zeiten des Friedens und friedlichen Miteinanders. Die Triebtheorie kann dem nicht gerecht werden. Dagegen bieten zum Beispiel Mikroanalysen von gewaltriskanten Situationen, etwa zwischen Polizei und Demonstrierenden, vertiefende Einblicke.

In dieser Ausgabe der psychosozial sind die gewaltsamen Konfrontationen rund um den G20-Gipfel 2017 in Hamburg ebenso Thema wie sexualisierte Gewalt in Kriegen oder deren Erfahrung bei Jungen – und die Gründe, warum davon so entsetzlich schwer zu erzählen ist. Auch im klinischen Erfahrungsspektrum finden sich gewaltaffine Stigmatisierungen. Dem stehen Untersuchungen von Entschuldigungen in politischen Kontexten gegenüber. Sie brauchen erfüllte Bedingungen mehr als Worte. Sie atmen den Geist der Bitte um Vergebung – oder verfehlen alles. Gewaltaffine Situationen haben kommunikative Ausdrucksformen und diese bereiten andere, härtere Formen vor. Motive erschließen sich, wenn man diese Analyseschritte zuvor abarbeitet.

Mit Beiträgen zum Themenschwerpunkt von Carolina Gehrke Gus, Nicola Elena Graage, Irayetzin Hernández, Lucija Hrastnik, Johanna Lilian Klinge, Isabella Krupp, Audrey Namdiero-Walsh, Anja Ortmann, Sinja Tsai und Lisa Wessing sowie mit einem Beitrag zu »psychosozial aktuell« von Bruno Heidlberger


Psychosozial-Verlag
120 Seiten, Broschur, 165 x 240 mm
Erschienen im Juni 2021
ISSN: 0171-3434, Bestell-Nr.: 8333