Kritische Lebenskunst
psychosozial 162

Lebenskunst hat Konjunktur. Wenn sich das Leben immer weniger von selbst versteht, wenn Traditionen, Konventionen und Normen an Überzeugungskraft verlieren und Individuen sich um sich selbst zu sorgen beginnen, dann wird die Frage nach der Lebenskunst virulent. Und wenn es um Fragen von existenzieller Bedeutsamkeit geht, dann zielt Lebenskunst auf eine Form der (Psycho-)Therapie. Sie zielt nicht auf das große Glück des Lebens, sondern auf die kleinen, unscheinbaren Sublimierungen und Stilisierungen des Alltags. Wie gehen wir mit biografischen Brüchen und Schicksalsschlägen, mit Krisen- und Unglückssituationen um? Durch welche Praktiken, Rituale, Formen und Gestaltungen stellen wir einen »gelingenden« Alltag, eine bejahenswerte Existenz her?

Vor diesem Hintergrund nehmen die Autorinnen und Autoren Alltagsphänomene wie etwa Leiden, Zeitlichkeit, Liebe und Offensivität aus der Perspektive einer kritisch-therapeutischen Lebenskunst in den Blick – hinsichtlich ihrer existenziellen Tiefen und möglicher therapeutischer Anschlussmöglichkeiten – und entfalten aus interdisziplinärer Perspektive kritische Überlegungen und pragmatische Vorschläge zum Umgang mit ihnen.

Mit Beiträgen zum Themenschwerpunkt von Karin Dannecker, Heinrich Deserno. Günter Gödde, Helmut Heit, Werner Pohlmann, Silvia Schneider, Hans-Jürgen Wirth, Robert Zimmer und Jörg Zirfas sowie mit einem freien Beitrag von Eric Pfeifer

 

Psychosozial-Verlag
144 Seiten, Broschur, 165 x 240 mm
Erschienen im Dezember 2020
ISSN: 0171-3434, Bestell-Nr.: 8294