Prokrastination
psychosozial 153 

Etwas aufzuschieben, obwohl es dringend ist, obwohl die Erledigung Zeit in Anspruch nähme – wer kennt das nicht von sich selbst? Es scheint sich um ein zutiefst menschliches Phänomen zu handeln. Neu scheint heutzutage allerdings zu sein, dass solch ein Verschleppen von Aufgaben sowohl zu einem Fachbegriff, vornehmlich der psychologischen Forschung, als auch zu einer geläufigen Selbstbeschreibung geworden ist. So ist die Prokrastination einerseits seit den 1980er Jahren Gegenstand der akademischen Psychologie und konnte sich dort als eigenständiges Forschungsfeld etablieren. Andererseits begleiteten dieses wissenschaftliche Interesse seitdem auch zahlreiche gemeinverständlichere Publikationen, gerade im Bereich der Ratgeber- oder Managementliteratur.

Das große Interesse am Phänomen Prokrastination und die bislang ausstehende Erforschung aus einer psychoanalytischen Perspektive sowie die fehlende sozialwissenschaftliche Perspektivierung waren Anlass für eine Tagung an der International Psychoanalytic University Berlin (»Prokrastination. Psychoanalyse und gesellschaftlicher Kontext«), deren Ziel es war, die Engführung der psychologisch-psychopathologisierenden Forschung aufzuheben, um die Prokrastination interdisziplinär in den Blick nehmen zu können. Ausgewählte Tagungsbeiträge wurden für den Themenschwerpunkt dieser Ausgabe zusammengestellt.

Mit Beiträgen zum Themenschwerpunkt von Anja Kauß, Christine Kirchhoff, Irene Lehmann, Jan Lohl, Solange Otermin-Cristeta, Carolin Schnackenberg, Franz J. Schaudy, Tom David Uhlig sowie mit freien Beiträgen von Kurt Grünberg, Friedrich Markert, Patrick Mayer und Simon Moses Schleimer

 

Psychosozial-Verlag
140 Seiten, Broschur, 165 x 240 mm
Erschienen im August 2018
ISSN: 0171-3434, Bestell-Nr.: 8226